Hermann Leopoldi: „Wir wollen ja zum Leben sagen.“

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Im Verlauf einer berührenden Lesung wurden die Schüler/innen des BG/BRG Tulln mit der Lebensgeschichte und dem künstlerischen Schaffen des Kabarettisten und Klavierhumoristen Hermann Leopoldi bekannt gemacht. Ronald Leopoldi, der Sohn des 1888 geborenen Komponisten, schilderte den Aufstieg seines Vaters zum erfolgreichen Pianisten und Sänger, seine Erlebnisse im Ständestaat und als Verfolgter des NS-Regimes.  Als Musiker konnte Hermann Leopoldi im amerikanischen Exil, wo er seine Bühnen- uns Lebenspartnerin Helly Möslein kennenlernte, zum Teil an seine alten Erfolge anknüpfen. Eine Rückkehr des Paares ins Heimatland wurde u.a. durch Viktor Matejka ermöglicht, 1955 wurde Sohn Ronald geboren.

Die mit Musikeinspielungen gestaltete Lesung, vorgetragen von Ronald Leopoldi und Irene Schlager, wurde in besonderem Maße durch Lieder bereichert, die Moritz Mayr-Harting in Leopoldi-Manier am Klavier vortrug. Maßgeblichen Anteil an der Vorbereitung und Umsetzung der Veranstaltung hatte der Musiklehrer Michael Rumpeltes. Im Anschluss konnten die Schüler/innen der Oberstufe Fragen stellen. Speziell zur Zeitgeschichte und den Herausforderungen der Gegenwart fand ein Gedankenaustausch statt. Als Moritz Mayr-Harting den Buchenwald-Marsch vortrug, in dem KZ-Insassen bezeugen, sie wollten „ja zum Leben sagen“, stellte sich besondere Betroffenheit ein. Trotz all seiner schrecklichen Erlebnisse blieb Hermann Leopoldi „ein unverbesserlicher Optimist“.